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Fragen und Antworten

Hier finden Sie die häufig gestellten Fragen zum Thema Familienpflegezeit und die dazu gehörenden Antworten.

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Was ist das Ziel der Familienpflegezeit?

Die Familienpflegezeit hat das Ziel, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Vereinbarkeit ihres Berufs und die Pflege eines Familienmitglieds zu erleichtern und ihnen finanzielle Sicherheit für die Dauer der Pflege zu garantieren. Berufstätige, die parallel zur Pflege ihrer Angehörigen im Rahmen der Familienpflegezeit ihre Arbeitszeit reduzieren, bleiben weiterhin erwerbstätig und sozialversichert. Auch ihre Rentenansprüche bleiben bestehen und sie genießen einen besonderen Kündigungsschutz.

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Warum gibt es das Familienpflegezeitgesetz?

Vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung und der sich wandelnden Altersstruktur rückt die Pflege hilfsbedürftiger Menschen zunehmend ins sozialpolitische Blickfeld. Immer mehr Menschen werden immer älter, mit zunehmendem Alter steigt jedoch das Risiko der Pflegebedürftigkeit, sodass 2050 voraussichtlich fast doppelt so viele Menschen dauerhaft auf Hilfe angewiesen sein werden wie heute. Derzeit beziehen 2,63 Millionen Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung. Mehr als zwei Drittel von ihnen werden zu Hause von ihren Angehörigen und durch ambulante Pflegedienste versorgt. Für 79 Prozent der Betroffenen lassen sich allerdings, laut einer Umfrage im Auftrag des BMFSFJ, Beruf und Pflege nur schlecht miteinander vereinbaren. In der Praxis ist es für berufstätige Familienmitglieder, die die Pflege Angehöriger übernehmen, oft schwierig, die Balance zwischen Pflege und Berufsalltag zu finden. Zu viele Menschen geben ihren Job ganz auf, um der Pflege gerecht zu werden. Dies hat weitreichende Folgen für ihren weiteren beruflichen Weg und ihre eigene Absicherung im Alter. Hier soll die Familienpflegezeit berufstätigen Pflegenden eine realitätsnahe Hilfe im Alltag anbieten, damit Beruf und Pflege besser miteinander vereinbart werden können.

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Wie funktioniert die Familienpflegezeit?

Die Familienpflegezeit sieht vor, dass Beschäftigte, im Einvernehmen mit ihrem Arbeitgeber, ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren auf bis zu 15 Stunden pro Woche reduzieren. Das Bruttogehalt wird in einem ersten Schritt entsprechend der reduzierten Arbeitsstunden gekürzt. Der Arbeitgeber stockt das Gehalt um die Hälfte der Kürzung auf. Wer also seine Arbeitszeit beispielsweise um 50 Prozent reduziert, erhält 75 Prozent seines Gehalts. Der Arbeitgeber tritt mit dem Aufstockungsbetrag in Vorleistung. Zum Ausgleich muss die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer nach Ablauf der Familienpflegezeit wieder in Vollzeit arbeiten, bekommt aber so lange das reduzierte Gehalt, bis der Gehaltsvorschuss ausgeglichen worden ist.

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Wie lange kann ich Familienpflegezeit nehmen?

Familienpflegezeit kann für maximal 24 Monate beantragt werden.

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Was müssen befristet Beschäftigte und Auszubildende beachten?

Der Gehaltsvorschuss muss während der Laufzeit eines befristeten Arbeits-  oder Ausbildungsverhältnisses  zurückgezahlt werden. Eine Familienpflegezeit kann daher nur noch für die Hälfte der Restlaufzeit des befristeten Arbeits-  oder Ausbildungsverhältnisses vereinbart werden. Bei einer Restlaufzeit von beispielsweise 12 Monaten ist nur noch eine Familienpflegezeit von 6 Monaten möglich.

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Kann dem Arbeitnehmer während der Familienpflegezeit gekündigt werden?

Die Beschäftigten genießen während der Familienpflegezeit und der sich anschließenden Nachpflegephase besonderen Kündigungsschutz. Eine Kündigung ist dann nur in besonderen Ausnahmefällen möglich. Ob es sich um einen Ausnahmefall handelt, entscheidet in jedem Einzelfall die jeweils zuständige Landesbehörde für Arbeitsschutz.

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Gibt es einen finanziellen Zuschuss zur Familienpflegezeit?

Es gibt keinen finanziellen Zuschuss, wie er beispielsweise beim Kindergeld gezahlt wird. Allerdings erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Rahmen der Familienpflegezeit ihre Arbeitszeit reduzieren, einen Gehaltsvorschuss vom Arbeitgeber. Zwar wird der Bruttolohn gekürzt, der Arbeitgeber stockt für die Dauer der Familienpflegezeit den Lohn aber um die Hälfte der reduzierten Arbeitszeit wieder auf. Beispielrechnung: Eine Vollzeitbeschäftigte verdient 3000 EUR Brutto. Sie halbiert während der Familienpflegezeit ihre Arbeitszeit um 50 Prozent, erhält aber weiterhin ein Gehalt von 75 Prozent des bisherigen Bruttolohns. In Falle der Beispielrechnung also 2.250 EUR. Um den Lohnvorschuss wieder auszugleichen, erhält die Arbeitnehmerin nach Beendigung der Familienpflegezeit weiterhin nur 75 Prozent Lohn bei 100 Prozent Arbeitszeit, bis das Zeit- und Gehaltskonto wieder ausgeglichen ist.

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Was ist die Familienpflegezeitversicherung?

Die Familienpflegezeitversicherung ist eine finanzielle Absicherung für den Arbeitgeber, der während der Familienpflegezeit in finanzielle Vorleistung tritt. Sie deckt das mögliche Ausfallrisiko der Rückzahlungen ab, das durch Berufsunfähigkeit oder Tod der/des Beschäftigten eintreten kann. Die Versicherung wird für die Dauer von Pflege- und Nachpflegephase abgeschlossen.

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Wie beantrage ich eine Familienpflegezeitversicherung?

Die Familienpflegezeitversicherung kann durch die Beschäftigte bzw. den Beschäftigten selbst oder durch den Arbeitgeber beantragt werden. Dabei gibt es drei mögliche Wege:

  • Die Beschäftigte bzw. der Beschäftigte schließt bei einer selbst gewählten Versicherung einen individuellen Versicherungsvertrag ab.
  • Der Arbeitgeber schließt eine individuelle Versicherung ab.
  • Der Versicherungsschutz wird durch die Aufnahme in eine vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) abgeschlossene Gruppenversicherung hergestellt.

Informationen zur Gruppenversicherung

Informationen zu den zertifizierten Versicherungen

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Welche Unterlagen muss ich als Arbeitgeber/als Arbeitnehmer vorlegen, um eine Familienpflegezeitversicherung zu beantragen?

Wenn Sie eine individuelle Versicherung abschließen wollen, sprechen Sie mit Ihrer Versicherung. Wenn Sie in die Gruppenversicherung des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) aufgenommen werden wollen, finden Sie hier den Gruppenversicherungsantrag - PDF, 271 KB

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Ich soll meinen Versicherungsvertrag zertifizieren lassen. Wie mache ich das?

Verträge über Familienpflegezeitversicherungen müssen zertifiziert werden. Die Zertifizierung erfolgt auf schriftlichen Antrag des Versicherers beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) in Köln. Mit der Zertifizierung einer Familienpflegezeitversicherung wird festgestellt, dass die Vertragsbedingungen eines Versicherungsvertrages den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

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Ich möchte Familienpflegezeit nehmen. Gibt es Einbußen bei meinen Rentenansprüchen?

Pflegende Angehörige halten ihre Rentenansprüche etwa auf dem Niveau der Vollbeschäftigung. Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mit geringem Gehalt werden im Einzelfall sogar besser gestell.

Während der Familienpflegezeit und der Nachpflegephase zahlt der Arbeitgeber die Beiträge zur Rentenversicherung auf Basis des reduzierten Arbeitsentgeltes weiter. Zusätzlich überweist die Pflegekasse der Rentenversicherung während der Familienpflegezeit für die geleistete Pflege Beiträge, wenn der Pflegeaufwand mindestens 14 Stunden und die Erwerbstätigkeit höchstens 30 Stunden pro Woche beträgt. Die Ansprüche steigen mit der Höhe der Pflegestufe der zu pflegenden Person. Weitere Auskünfte kann der zuständige Rentenversicherungsträger geben.

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Haben Beschäftigte einen Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit?

Ein Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit besteht nicht. Um die Familienpflegezeit in Anspruch zu nehmen, müssen Beschäftigte mit Ihrem Arbeitgeber eine schriftliche Vereinbarung schließen.

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Wie muss die Vereinbarung mit meinem Arbeitgeber aussehen?

Ist der Arbeitgeber mit der Familienpflegezeit einverstanden, bedarf es einer schriftlichen Vereinbarung, die Regelungen über den Umfang der Arbeitszeit vor und während der Familienpflegezeit, Beginn und Dauer der Familienpflegezeit, die Rückkehr zur "alten" Wochenarbeitszeit sowie zur Aufstockung des Gehalts und zum späteren Ausgleich des Zeit- und Lohnkontos beinhalten muss. Ein Muster der Vereinbarung finden Sie im Servicebereich

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Wie genau gestaltet sich der Arbeitsumfang während der Familienpflegezeit?

Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbaren individuell, wie sich die Arbeitszeit während der Familienpflegezeit gestaltet. Sie muss bei mindestens 15 Stunden pro Woche liegen. Der alte Arbeitsumfang ist nach dem vereinbarten Ende der Familienpflegezeit wieder aufzunehmen, aber auch dann, wenn die Pflege vorher endet.

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Seit wann gibt es die Familienpflegezeit?

Das Gesetz ist am 1. Januar 2012 in Kraft getreten.

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Was ist der Unterschied zwischen der Familienpflegezeit und der Pflegezeit?

Die Pflegezeit wurde am 1. Juli 2008 im Rahmen der letzten Pflegereform eingeführt und sieht vor dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten einen Anspruch auf bis zu sechs Monate Pflegezeit haben, um einen nahen Angehörigen zu pflegen. Während der Pflegezeit bekommen die Beschäftigten allerdings kein Gehalt, sind aber weiterhin sozialversichert und haben Sonderkündigungsschutz. Die im Pflegezeitgesetz vorgesehene Höchstdauer reicht allerdings nicht aus, um Erwerbstätigen über einen längeren Zeitraum die Versorgung von Angehörigen zu ermöglichen. Hier setzt die neue Familienpflegezeit an. Sie kann bis zu 24 Monate genommen werden und die Pflegenden beziehen weiterhin einen Teil ihres Gehalts.

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Wie wird die Familienpflegezeit finanziert?

Das Geld für die Lohnvorauszahlung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Familienpflegezeit finanzieren die Arbeitgeber über ein zinsloses Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Es entstehen für die Arbeitgeber keinerlei Zinskosten bzw. weitere Kosten.

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Warum sollten Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer Familienpflegezeit beantragen?

Die Familienpflegezeit ist eine freiwillige Option für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die pflegebedürftige Familienangehörige zu Hause pflegen wollen. Vollzeitpflege und Vollzeitarbeit sind auf Dauer nicht zu vereinbaren. Hier bietet die Familienpflegezeit den Menschen, die Verantwortung für ihre Angehörigen übernehmen wollen, die Möglichkeit Pflege und beruf flexibel miteinander zu verbinden. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bietet die Familienpflegezeit folgende Vorteile:

  • Keine Doppelbelastung durch Vollzeitpflege und Vollzeitarbeit
  • Finanzielle Absicherung durch Lohnvorschuss
  • Erhalt der Rentenansprüche und Vermeidung von Altersarmut
  • Kontinuität im Berufsleben und im Lebenslauf
  • Höhere Zufriedenheit durch fortlaufenden Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen
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Warum sollten Arbeitgeber der Familienpflegezeit zustimmen?

In Zeiten einer sich ändernden Altersstruktur werden in Zukunft immer weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter sein. Berufe und ganze Branchen werden in Konkurrenz um immer weniger qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber treten. Hinzu kommt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer immer mehr auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf achten. Beruf und Karriere einerseits und das Leben in der Familie mit der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Personen andererseits müssen in Einklang gebracht werden. Unternehmen, die die Familienpflegezeit einführen, binden so erfahrene Fachkräfte an ihr Unternehmen, die anderenfalls in akuten Pflegesituationen kündigen würden. Durch die Familienpflegezeit bleibt den Unternehmen das betriebliche Erfahrungswissen ausgebildeter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben eine höhere Arbeitszufriedenheit und Arbeitgeber können sich als familienfreundliches Unternehmen darstellen. Letztendlich gehen Unternehmen, die sich an der Familienpflegezeit beteiligen kein finanzielles Risiko ein, da sie den Lohnvorschuss über ein zinsloses Darlehen abdecken und der Arbeitnehmer den Lohnvorschuss nach Beendigung der Familienpflegezeit nacharbeitet. Ist die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer dazu nicht in der Lage, zum Beispiel durch Tod oder Berufsunfähigkeit, springt die Familienpflegezeitversicherung ein.

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Welche Risiken trägt der Arbeitgeber?

Die Familienpflegezeit ist eine freiwillige Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und birgt für Arbeitgeber keine Risiken. Den Aufstockungsbetrag, den der Arbeitgeber der Person in Familienpflegezeit als Gehaltsvorschuss zahlt, kann über ein zinsloses Darlehen bezogen werden. Für den Fall, dass die Person in Familienpflegezeit, den Gehaltsvorschuss nicht zurückzahlen kann, gibt es eine Familienpflegezeitversicherung.

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Wo beantrage ich als Arbeitgeber das zinslose Darlehen für die Lohnfortzahlung meiner Angestellten in Familienpflegezeit?

Anträge werden vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA), 50964 Köln, bearbeitet.

Antragsformulare finden Sie hier.

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Welche Unterlagen muss ich als Arbeitgeber vorlegen, damit das Darlehen bewilligt wird?

Vorzulegen sind:

  • Die Familienpflegezeitvereinbarung mit dem Arbeitnehmer
  • Entgeltbescheinigungen der Beschäftigten der  letzten 12 Monate vor Beginn der Familienpflegezeit mit Angabe der Wochenstundenzahl
  • Eine Bescheinigung der Pflegekasse oder des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung oder für privat Versicherte der Medic Proof GmbH zum Nachweis der Pflegebedürftigkeit des zu pflegenden Angehörigen
  • Ein Nachweis über den Abschluss einer Familienpflegezeitversicherung oder einen Antrag auf Aufnahme in die vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) abgeschlossene Gruppenversicherung.
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Ich bin derzeit in Mutterschutz/Elternzeit/Pflegezeit möchte aber Familien-pflegezeit beantragen. Kann ich beides kombinieren?

Da die Familienpflegezeit eine individuelle Absprache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer ist, kann nach dem Ablauf des Mutterschutzes/der Elternzeit/der Pflegezeit eine solche Vereinbarung getroffen werde.

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Wie viele Stunden muss ich während der Familienpflegezeit arbeiten?

Die verringerte Arbeitszeit muss wöchentlich mindestens 15 Stunden betragen. Bei Arbeitszeitmodellen mit einer unregelmäßigen Verteilung der Arbeitszeiten darf die wöchentliche Arbeitszeit im Durchschnitt eines Zeitraumes von bis zu einem Jahr 15 Wochenstunden nicht unterschreiten.

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Ich habe unterschiedliche Wochenarbeitszeiten, kann ich trotzdem Pflegezeit nehmen?

Ja, allerdings darf die wöchentliche Arbeitszeit, im Durchschnitt eines Zeitraums von bis zu einem Jahr, 15 Stunden nicht unterschreiten.

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Was ist die Nachpflegephase?

Die Nachpflegephase schließt sich an die Pflegephase an. Die/der Beschäftigte arbeitet in der Nachpflegephase wieder mit der vor Eintritt in die Familienpflegezeit geltenden oder einer höheren Arbeitszeit und gleicht das während der Pflegephase entstandene negative Wert- oder Zeitguthaben aus.

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Für welche Familienangehörige kann ich Familienpflegezeit nehmen?

In Betracht kommen: Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft, Geschwister, Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder, Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten oder Lebenspartners, Schwiegerkinder und Enkelkinder.

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Kann ich für dieselbe Person mehrmals Familienpflegezeit nehmen?

Ja, allerdings kann für dieselbe pflegebedürftige Person eine weitere Familienpflegezeit erst nach dem Ende der Nachpflegephase genommen werden. Aber weitere Personen können unter den Voraussetzungen der Familienpflegezeit die Pflege nahtlos weiterführen.

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Kann ich nach Rückkehr aus der Familienpflegezeit zusätzlich mehr Wochenstunden arbeiten, um den Gehaltsvorschuss schneller nachzuarbeiten?

Ja, nach dem Ende der Familienpflegezeit kann die/der Beschäftigte mit einer höheren wöchentlichen Stundenzahl als vor der Familienpflegezeit  arbeiten. Die Stundenzahl muss in der Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgelegt werden.

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Wie berechnet sich der Aufstockungsbetrag?

Die Ermittlung des Aufstockungsbetrages erfolgt gemäß § 3 des Familienpflegezeitgesetzes nach folgender Formel:

(Wochenst. vor FPfZ − Wochenstd. während FPfZ) × Gesamteinkommen der letzten 12 Monate × 13 ÷ (Gesamtstunden in den letzten 12 Monaten) ×3× 2= Aufstockungsbetrag

Dabei wird ein Monat mit 52⁄12 = 13⁄3 Wochen zugrunde gelegt.

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Kann die Familienpflegezeit frühzeitig enden?

Bei vorzeitiger Beendigung der Pflege, z.B. durch den Tod oder den Wegfall der Pflegebedürftigkeit der pflegebedürftigen Person, oder bei Unterschreiten der wöchentlichen Mindestarbeitszeit von 15 Stunden endet die Familienpflegezeit mit dem Ablauf des zweiten Monats, der auf die Beendigung der Pflege oder das Unterschreiten der wöchentlichen Mindestarbeitszeit folgt.

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Ich unterschreite die wöchentliche Mindestarbeitszeit von 15 Stunden auf Grund von Kurzarbeit. Muss ich deshalb die Familienpflegezeit abbrechen?

Nein, die Unterschreitung auf Grund von Kurzarbeit führt nicht zu einem Abbruch der Familienpflegezeit.

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Mein Beschäftigungsverhältnis ist in der Nachpflegephase beendet worden. Muss ich den Gehaltsvorschuss zurückzahlen?

Endet das Beschäftigungsverhältnis, bevor ein negatives Wertguthaben ausgeglichen ist, gelten je nach dem Grund für die Beendigung differenzierte Rechtsfolgen.

Der Anspruch des Arbeitgebers auf Ausgleich besteht fort, wenn die oder der Beschäftigte den Arbeitsplatz kündigt, ohne dass das Wertguthaben auf einen neuen Arbeitgeber übertragen wird. Kündigt der Arbeitgeber das Beschäftigungsverhältnis aus verhaltensbedingten Gründen, besteht ein Ausgleichsanspruch ebenfalls fort.

Bei Kündigung aus nicht verhaltensbedingten Gründen und fehlender Aufrechnungsmöglichkeit gegen Forderungen des Arbeitnehmers aus dem Beschäftigungsverhältnis  erlischt der Anspruch des Arbeitgebers auf Ausgleich des negativen Wertguthabens.

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Welche Rechte haben Arbeitgeber, wenn Beschäftigte bei einer vorzeitigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ihrer Rückzahlungspflicht nicht nachkommen?

Arbeitgeber haben gegenüber dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) einen Anspruch auf Erlass der Darlehensrückzahlung, wenn Beschäftigte trotz Mahnung mit Fristsetzung von zwei Wochen der Rückzahlungspflicht nicht nachkommen.

Wurde ein Darlehen dagegen nicht in Anspruch genommen obwohl die Voraussetzungen für die Gewährung vorlagen, kann der Arbeitgeber nach erfolgloser Mahnung vom BAFzA die Übernahme der von den Beschäftigten zu leistenden Rückzahlung in Raten verlangen.

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Muss ich als Arbeitgeber das Darlehen des BAFzA annehmen?

Nein, der Arbeitgeber muss das Darlehen nicht in Anspruch nehmen. Für den Fall, dass die oder der Beschäftigte ihrer oder seiner Rückzahlungspflicht nicht nachkommt hat der Arbeitgeber Anspruch auf Übernahme der Ratenzahlungen durch das BAFzA.

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In der Familienpflegezeit besteht Kündigungsschutz. Gilt der auch für die Nachpflegephase?

Der Kündigungsschutz während der Inanspruchnahme der Familienpflegezeit gilt auch für die Nachpflegephase.

Servicetelefon Pflege

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Unter der nachfolgenden Telefonnummer erreichen Sie Ansprechpartner, die Ihnen bei Ihren Fragen rund um die Pflege weiterhelfen

Tel: 030 201 791 31

E-Mail : familienpflegezeit[at]bafza.bund.de

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